
Im 220 000 Quadratfuss grossen irischen Distributionszentrum von DB Schenkerhat LSM gemeinsam mit dem norwegischen Smart-Mobility-Unternehmen Wheel.me ein vollautomatisches Abfallentsorgungssystem realisiert. Das Projekt unterstützt die wichtigsten Prioritäten von DB Schenker: die Verbesserung der betrieblichen Effizienz, die Stärkung der Sicherheit vor Ort und das Erreichen ehrgeiziger Nachhaltigkeitsziele.
Die Genius-2-Räder von Wheel.me machen aus gewöhnlichen Gegenständen autonome, mobile Roboter und ermöglichen es Betrieben, Material mit minimalem manuellem Handling zu bewegen. In Kombination mit den leistungsstarken Ballenpressen und Verdichtern von LSM hat diese Technologie es DB Schenker ermöglicht, die Bewegung, Verdichtung und Verwaltung von Abfall in einem grossen irischen Logistikzentrum neu zu denken.
Wie die Partnerschaft entstand
Grosse Distributions- und Logistikstandorte stehen vor bekannten Herausforderungen: Personalengpässe, strenge Anforderungen an Gesundheit und Sicherheit und wachsende Erwartungen an die Umweltleistung. LSM erkannte die Chance, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem es seine automatisierten Pressanlagen mit der bewährten autonomen Mobilitätsplattform von Wheel.me kombiniert.
Das irische Distributionszentrum von DB Schenker bot den idealen Ausgangspunkt. Der Umfang des Betriebs, die Menge an Karton- und Kunststoffabfällen und die Notwendigkeit, das manuelle Handling zu reduzieren, machten es zu einem starken Kandidaten für eine vollständig integrierte, automatisierte Lösung.
Die Herausforderung vor Ort
Vor dem Projekt mussten die Mitarbeitenden bei DB Schenker manuell rund 30 grosse Container mit Abfall aus verschiedenen Bereichen des Lagers zu den LSM-Ballenpressen schieben.
Dies führte zu mehreren Problemen:
- Arbeitsintensives Handling: Das Personal verbrachte wertvolle Zeit damit, Container zu schieben, statt sich auf die Kernaufgaben zu konzentrieren.
- Sicherheitsrisiken: Das häufige manuelle Handling voll beladener Container erhöhte das Risiko von Ausrutschen, Stolpern und Zerrungen.
- Ineffizienz und Engpässe: Das Bewegen mehrerer Container über lange Strecken führte zu Staus und Verzögerungen.
DB Schenker wollte den Personaleinsatz optimieren, die Sicherheit verbessern und die Häufigkeit und die Kosten von Abfallhandling und -sammlung senken, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen.

Die Lösung:
Schritt 1: Nachrüstung der Container mit einem autonomen Transportsystem
Standardcontainer mit 1100 Litern sind für das manuelle Schieben ausgelegt. Um die Bewegung zu automatisieren, entwickelte LSM ein massgeschneidertes Transportsystem, sodass die Genius-2-Räder von Wheel.me an diesen bestehenden Containern montiert werden konnten und sie so zu autonomen Transporteinheiten wurden.
Durch den Einbau von Halterungen an einer einheitlichen Position an jedem Container stellte LSM sicher, dass die Container automatisch zu den LSM-Ballenpressen H50 zur Verdichtung navigieren konnten.
Die Genius-2-Räder von Wheel.me wurden so konfiguriert, dass sie den Anforderungen voll beladener 1100-Liter-Container gewachsen sind und auf verschiedenen Bodenarten sowie beim Heben und Senken an der Ballenpresse stabil bleiben.
Die Anlage von DB Schenker umfasst zwischen den Bereichen, in denen Abfall anfällt, und dem Pressbereich drei verschiedene Bodenbeläge. Das System Genius 2 wurde so kalibriert, dass es die Container auf diesen Böden bei Nässe und Trockenheit zuverlässig transportiert.
Schritt 2: Aufbau eines automatisierten Kreislauf-Arbeitsablaufs
Sobald die Container mit Genius 2 kompatibel waren, band LSM sie über eine drahtlose Schnittstelle, die „Wise Unit“, die im eigenen Haus entwickelt wurde, an seine Ballenpressen H50 an.
Diese WLAN-fähige Schnittstelle ermöglicht Folgendes:
- Die Ballenpresse „erkennt“, wenn ein Genius-2-Container eingetroffen ist und bereit zur Entleerung ist.
- Das System löst die richtige Abfolge zum Anheben, Entleeren und Verdichten des Abfalls aus.
- Nahtlose Kommunikation zwischen Ballenpresse, Genius-2-Rädern und dem Personal vor Ort.
Ein farbcodiertes Beleuchtungssystem wurde hinzugefügt, um im Pressbereich klare optische Statusmeldungen zu geben:
- Grün: Die Ballenpresse ist bereit, einen Container aufzunehmen.
- Rot: Die Ballenpresse ist in Bewegung; kein Container darf einfahren oder ausfahren.
- Blau: Der Container wurde entleert und der Abfall verdichtet; das System Genius 2 kann den Container abholen.
Dieses Kreislaufsystem arbeitet zusammen mit den eingebauten Sensoren und Kollisionsvermeidungskameras von Wheel.me und gibt den Bedienern Echtzeitinformationen, bei gleichzeitig hohem Standard an Sicherheit und Kontrolle.
Schritt 3: Massgefertigte Behälterkipper und Rampeneinhausungen
Um sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur am Standort von DB Schenker einzufügen, entwickelte LSM einen massgefertigten Behälterkipper H50 mit Befüllung von hinten und Klemmung sowie eine eigene, auf die Ausgleichsrampe abgestimmte Einhausung.
Diese Konfiguration ermöglicht:
- Vollautomatische Positionierung der Container an der Ballenpresse.
- Kein manuelles Schieben oder Ausrichten der Container, was die Risiken des manuellen Handlings verringert.
- Reibungslose Integration in die bestehenden Layouts und Abläufe der Laderampe.
Ergebnisse für DB Schenker
Das automatisierte Abfallsystem hat klare, messbare Vorteile gebracht:
- Verbesserte Sicherheit
- Weniger manuelles Schieben und Ziehen schwerer Container.
- Geringere Belastung durch Abfall und weniger Berührungspunkte im Ablauf.
- Erhebliche Kostenvermeidung
- Durch den Einsatz autonom fahrender Abfallcontainer konnte DB Schenker die Einstellung von zwei Vollzeitstellen (FTE) vermeiden.
- Dies entspricht einer geschätzten Kostenvermeidung von rund €80 000 pro Jahr.
- Bessere Auslastung des Personals
- Rund 3 bis 4 Mitarbeitende wurden freigespielt und können sich nun auf höherwertige Aufgaben an anderer Stelle im Betrieb konzentrieren.
- Effizienz bei Platz und Anlagen
- Der Standort hat die Zahl der benötigten Container von 30 auf nur 7 verringert, ohne Kompromisse bei Kapazität oder Durchfluss.
Zusammen zeigen diese Verbesserungen, wie Logistik- und Distributionsunternehmen sowohl betriebliche als auch ESG-Ziele erreichen können, indem sie neu denken, wie Abfall vor Ort bewegt und verdichtet wird.
Dieses Projekt zeigt, wie das technische Know-how von LSM in Verbindung mit der autonomen Mobilitätstechnologie von Wheel.me in solchen Anlagen eine praxistaugliche, zukunftsfähige Abfallentsorgungslösung liefern kann. Aufbauend auf dem Erfolg bei DB Schenker ist LSM bereits in der Lage, ähnliche Systeme für andere Standorte mit hohem Durchsatz für die weltweite Kundschaft von LSM einzuführen.
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